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Badische Zeitung von Sa, 26. September 2020 | Michael Neubauer
"Die Landschaft ist für alle da" BZ-SERIE "AUSSCHLAFEN, WANDERN, WOW!" (1):
Interview mit Meinrad Joos über Wandern in Corona-Zeiten, Fairness und Trends.
Ein Wegweiser des Wiiwegli hängt am Tor seines Gartens in Staufen-Grunern, der Belchenpfad ist eine seiner Lieblingstouren.
Meinrad Joos ist der Fürsprecher der Wanderer, denn er ist ehrenamtlicher Präsident des Schwarzwaldvereins – der 220 Ortsgruppen und 60 000 Mitglieder hat sowie ein 24 000 Kilometer umfassendes Wanderwegenetz betreut. Michael Neubauer sprach mit ihm über typische Wow-Effekte unserer Region und darüber, was ihn beim Wandern auch mal ärgert.

BZ: Herr Joos, finnden Sie, dass Ihr Verein die Wanderwege gut ausschildert?
Meinrad Joos: Ja, trotzdem gibt es auch bei der Wegweisung des Schwarzwaldvereins dunkle Flecken und Kreuzungen, an denen man sich mal verlaufen kann. Aber wenn Sie mal im Berliner Grunewald gewandert sind und dann wieder in Südbaden eine Tour machen, dann wissen Sie, wie gut unser Wanderwege-Kennzeichnungssystem mit seinen 15 000 Wegweisern und 250 000 Einzelzeichen ist. Kleiner Tipp: Viele wissen nicht, dass 50 Meter nach dem Hauptabzweig immer dasselbe Zeichen nochmal angebracht ist quasi als Rückversicherung. Wenn Sie die Raute dann nicht nden, sollten Sie lieber zurückgehen und sich vergewissern, ob Sie den richtigen Weg eingeschlagen haben.
BZ: Unsere Wanderserie verspricht, dass die elf Touren Wow-Effekte bieten. Wann entfährt Ihnen unterwegs ein Wow?
Joos: Für mich gibt es vier Wow-Effekte, die typisch für Wanderungen in unserer Region sind: Dass wir meistens sehr schnell das Erlebnis der Ruhe nden können, sobald man die Wanderparkplätze oder Bahnhöfe ein paar Meter hinter sich gelassen hat. Dass es in der Regel herrliche Aus- und Durchblicke gibt, mit denen man nicht gerechnet hat. Dass die Touren im Schwarzwald oft die faszinierende Schönheit und Vielseitigkeit unserer Natur zeigen. Und: Zu einer guten Wanderung gehört auch eine Einkehrmöglichkeit. Davon gibt es in Südbaden immer noch sehr viele. Aber ich befürchte, dass leider auch einige Ausugslokale wegen der Corona-Beschränkungen schließen werden.
BZ: Wie hat die Pandemie unsere Wanderwelt verändert?
Joos: Zunächst hat Wandern in der heimatlichen Region durch Corona einen höheren Stellenwert bekommen. Denn in der freien Natur ist die Gefahr der Ansteckung bekannterweise sehr gering. Aber leider haben die Vereinsaktivitäten und das gemeinschaftliche Wandererlebnis schwer gelitten. Es sind mehr Menschen alleine, mit der Familie oder in kleinen Gruppen unterwegs. Dass alle Touren in der BZ-Wanderserie Rundwanderwege sind, halte ich gerade jetzt für sinnvoll: Denn viele Menschen zögern leider wegen Corona, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und fahren lieber mit dem Auto zum Startpunkt der Tour. Ich habe noch nie so volle Wald- und Wanderparkplätze gesehen wie seit Mai – manchmal leider verantwortungslos zugeparkt.
BZ: Wandern zählt also zu den beliebtesten kleinen Corona-Fluchten?
Joos: Auf jeden Fall. Ich fand es deshalb umso erstaunlicher, dass unsere Landespolitiker das Wandern als Natursportart zunächst gar nicht auf dem Schirm hatten. Als man nach dem Ende des Lockdown von Natursportarten sprach, die man schnell wieder zulassen wollte, ging es eher um Tennis oder Golf. Die vergangenen Monate zeigten erneut, wie wichtig der Stellenwert des Wanderns ist als Teil der gesellschaftlichen Mobilität. In vielen Orten in der Vorberg-Zone von Offenburg bis Weil können die Menschen schon von der Haustür aus einfach loswandern. Wandern und Laufen sind wichtige Bestandteile einer klimafreundlichen und gesunden Mobilität – das sollten wir nicht vergessen.
BZ: In Bayern versucht man, gegen Staus und Gedränge auf manchen Wanderstrecken auch Apps einzusetzen, die anzeigen, wie viele Wanderer zu bestimmten Zeiten unterwegs sind. Denken Sie über so etwas auch für unsere Region nach?
Joos: Nein. Bayern hat andere Touristen-Hotspots als wir – denken Sie an die Zugspitze. Solche Hotspots sind oft hausgemacht, sie entstehen mit großen Parkplätzen und Infrastruktureinrichtungen wie Seilbahnen und Hängebrücken oder Baumwipfelpfaden. Wir haben einen solchen Hotspot zum Beispiel am Feldberg. Sonst haben wir meistens bei den ersten Kilometern eine höhere Dichte an Wanderern – verursacht durch sogenannte Flip-Flop-Wanderer, die parken, aussteigen, 500 Meter laufen und dann wieder weiterfahren.
BZ: Das heißt, es braucht keine Regeln wie Laufrichtungen, um besser Abstand wahren zu können?
Joos: Im Grundsatz nicht. Natürlich, ist Rücksichtnahme notwendig und bei manchen unserer Aussichtstürme oder Berggipfel kann schon einmal eine Einbahnregelung sinnvoll sein. Sie haben ja auch die Tour zu den Zweribach-Wasserfällen in der Serie, auch da geht es mal eng zu auf den schmalen Pfaden. Aber in der Natur haben wir doch immer die Möglichkeit, auszuweichen. Da lautet die einfache Regel: Derjenige, der bergauf geht, hat Vorfahrt, der Entgegenkommende geht – wenn möglich – hangaufwärts einen Schritt zur Seite. Ich rate zu Wanderstöcken, damit ist so ein Ausweichmanöver leichter zu meistern.
BZ: Was ärgert Sie beim Wandern am meisten?
Joos: Wenn Wanderer völlig rücksichtslos Müll zurücklassen. Und mich ärgert auch, wenn Radfahrer und Wanderer – ich meine wirklich beide Seiten – nicht vernünftig miteinander umgehen. Es bringt nichts, zu sagen, wir Wanderer waren zuerst da, die Radfahrer sollen uns fern bleiben. Unsere Landschaft ist für alle da. Da zählen Respekt und Rücksichtnahme: Auf einem schmalen Weg steigt dann halt der Radfahrer ab und lässt den Wanderer vorbei. Allerdings gibt es auch Wege, auf denen ein Mountainbike nichts zu suchen hat, etwa auf dem Weg in der Nordwand des Belchens oder im Bereich des Felsenpfades rund um den Feldberg.
BZ: Manche stört der Motorradlärm noch mehr als Radler. Wie sehen Sie das?
Joos: Der Lärm in den Schwarzwaldtälern beschäftigt den Schwarzwaldverein sehr. Es braucht vernünftige und funktionierende Lösungen. Motorräder können und müssen leiser werden, hier sind Umbaumaßnahmen möglich. Technik, mit der man ein Motorrad künstlich lauter machen kann, muss verboten werden. Streckensperrungen wie für den Schauinsland sind Ultima Ratio und sollten die Ausnahme bleiben.
BZ: Sehen Sie neue Wandertrends?
Joos: Wandern im Freundeskreis wird beliebter, viele junge Leute unternehmen gerne Tagestouren in der Region. In Zeiten der Fridaysfor-Future-Bewegung sehen verstärkt viele Jüngere das Wandern als klimafreundliche und Corona-sichere Urlaubsform – um diese Leute müssen und wollen wir uns auch als Verein mit demograschen Problemen und Mitgliederschwund stärker kümmern.


GANZER SCHWARZWALD WIRD „FÖRDERKULISSE WOLF“ Schwarzwaldverein begrüßt die Entwicklung als wichtigen Schritt:

Der komplette Schwarzwald wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg als Fördergebiet Wolfsprävention festgelegt. Damit werden in Zukunft im ganzen Naturraum Schwarzwald Herdenschutzmaßnahmen gefördert, die – nach Ablauf einer Übergangsfrist – Voraussetzungen für Ausgleichszahlungen bei Wolfsrissen unter Nutztieren sind.
Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldvereins, begrüßt die Ausweitung der Förderkulisse als gute Nachricht und mit Blick auf die aktuelle Entwicklung als wichtigen und logischen Schritt. Der Schwarzwaldverein sieht einen wesentlicher Punkt seines Positionspapiers erfüllt. Die Probleme der Weidewirtschaft hält der Verein jedoch längst nicht alle für gelöst.
Meinrad Joos: „Wolfssichere Zäune kommen allenfalls an geeigneten Stellen für die Ziegen- und Schafhaltung in Frage. Für die großflächige Rinder- und Mutterkuhhaltung ist ein solcher Zaunbau weder praktikabel noch wirtschaftlich“. Diese Einschätzung sieht der Präsident des Schwarzwaldvereins durch eine Expertendiskussion, die vor wenigen Tagen im Münstertal stattfand, erneut bestätigt und nachdrücklich bekräftigt. Dies bestärkt den Schwarzwaldverein in seiner großen Sorge um eine großflächige Elektroverdrahtung unserer einmaligen Schwarzwaldlandschaft.
Der Schwarzwaldverein betrachtet mit besonderem Blick auf den Landschaftsschutz die Weidehaltung von Schafen, Ziegen und Rindern als unverzichtbar und erwartet deshalb, dass es analog zur Dynamik der Rückkehr des Wolfes weiteren Handlungsbedarf geben wird. Die Rückkehr des Wolfes darf aus Sicht des Vereins die Existenz der Landwirte, die – teils im Nebenerwerb – auch als Landschaftsschützer tätig sind, nicht beeinträchtigen.


Heidekraut
Es ist ein kleiner, zäher und genügsamer Bursche, das Heidekraut. Es ist vor allem bekannt von der Lüneburger Heide, wo es leuchtend rosa grüne Teppiche ausbildet. Auch bei uns ist es über den ganzen Schwarzwald verbreitet und jetzt im August mit seinen rosa Blüten gut zu entdecken. Das gewöhnliche Heidekraut ist ein Zwergstrauch und wird nur 20 – 80 cm hoch. An den Ästen sitzen schuppenartige, grüne Blättchen, die auch im Winter nicht abgeworfen werden. Somit zählt das gewöhnliche Heidekraut zu den immergrünen Sträuchern und ist als Zuchtform auf Friedhöfen als beliebte Zierpflanze zu finden. Es hat meist eine gebogene Wuchsform und blüht in unterschiedlichen rosarötlichen Tönen mit vielen, kleinen nickenden Blüten an einem Ast von August bis Oktober. Durch seine tiefen Wurzeln ist das Heidekraut gut an Trockenheit angepasst, kann aber selbst an sehr feuchten Stellen und auf nährstoffarmen sandigen Böden bis hin zu Moorrändern überleben. Daher ist es in fast ganz Europa zu finden. Es wundert also nicht, dass es früher viele verschiedene Nutzungen für den robusten kleinen Strauch gab, der dort wächst, wo sonst vieles nicht wachsen kann. Vom Besenreisig hat es seinen anderen Namen „Besenheide“ bekommen. Daneben wurde es als Futtermittel im Winter für Schafe und Rotwild verwendet oder auch als Brennmaterial und Stalleinstreu. In der Gerberei war das Heidekraut durch den hohen Gerbstoffanteil beliebt. Wollte man Wolle in gelb und grün Tönen färben, konnte man das blühende Heidekraut auch als Färbemittel verwenden. Auch als Heilpflanze wurde es genutzt. Aus den Blüten wird Tee hergestellt, der eine nieren- und blasenreinigende Wirkung besitzt und gar blutreinigend wirken soll. Durch diese vielfältigen Nutzungen entstanden ökologisch und kulturell wertvolle Heidelandschaften, die heute mit landschaftspflegerischen Maßnahmen mühsam erhalten werden. Die Lüneburger Heide zum Beispiel wird heute u. a. durch gezieltes Abbrennen erhalten. Sie ist durch die „Plaggenwirtschaft“ entstanden, in der man die Heideplaggen, die oberste Bodenschicht samt Heidekraut, entfernte und verwendete. Dies verjüngte die Heide, sodass neues, kräftiges Heidekraut nachwachsen konnte. Auch im Nordschwarzwald gibt es solch eine besondere Landschaft: die „Grinden“. Diese Bergheiden bildeten sich auf den obersten Bergkuppen nach Waldrodung und intensiver Weidenutzung aus. Sie machen 3% des Nationalparks Schwarzwald aus und werden von Pfeifengras, Rasenbinse und Heidekraut dominiert. Für manch bedrohte Art (z.B. Kreuzotter) sind sie ein wichtiger Lebensraum. Schwarzwaldverein, 20.8.2020

Kräuterbüschel
Der 15. August (kommender Samstag) ist der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt, an dem in den Kirchen Kräuterbüschel geweiht werden. Zu Ehren der Gottesmutter Maria werden bunte, oft große Sträuße in die Kirchen gebracht und gesegnet. Bis heute hat sich diese christliche Tradition auf dem Land und besonders in einigen Schwarzwaldtälern erhalten. Tage zuvor werden an Feldrainen, auf Wiesen und in Gärten Kräuter und Blumen gepflückt und kunstvoll zu Sträußen gebunden. Jede Gegend, jedes Tal hat eine eigene Tradition bei der Zusammenstellung, dementsprechend schauen die Kräuterbüschel von Ort zu Ort unterschiedlich aus, sehen Sie oben als Beispiel die wagenradgroßen Kräuterbüschel aus Gengenbach. Nur eine bestimmte, ungerade Zahl an Kräutern, geschuldet der christlichen Zahlenmystik, darf in den Strauß eingebunden werden. Ins Zentrum wird oft die Königkerze, auch Muttergotteskerze genannt, gesetzt, um sie herum die anderen Kräuter, die eher dekorativen Blumen (z. B. Rosen als Symbol Mariä) oder reife Getreidehalme. Folgende sieben Kräuter sollten in keinem Kräuterbüschel fehlen: Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Kamille, Wermut, Pfefferminze und Tausendgüldenkraut – jede steht für eine symbolische oder reale Heilkraft. Auch Frauenmantel (die Blattform erinnert an den Mantelwurf Mariä), Wegwarte, Johanniskraut, Haselnusszweige, Rainfarn (Wurmmittel), Ringelblumen, Salbei (reinigt die Luft), Eisenkraut (hilft bei schwierigen „Amtsgängen“), Ysop (Stärkungsmittel und Gewürz) und viele andere werden in die Sträuße gebunden. Die Tage um den 15. August waren gut gewählt. Im Hochsommer haben die Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe, was eine maximale Wirkkraft verspricht. Doch dieses Zeitfenster verschiebt sich, wie wir alle wissen, schon lange auf frühere Tage. In diesem Jahr kommt in manchen Gegenden die Trockenheit hinzu, die den Kräutern arg zusetzt. Vom kirchlichen Segen für die Kräuterbüschel erhofft man sich eine besondere Heil- und Schutzkraft für Haus und Hof, für Mensch und Tier. Nach der Weihe kommen die Kräuterbüschel deshalb nach Hause und werden sorgfältig getrocknet. Kleinere Sträuße steckt man in der Wohnstube in den Herrgottwinkel und bringt damit den Segen ins Haus. Bei Bedarf werden Kräuter entnommen, bei bestimmten Leiden brüht man einen Tee auf. Auch das Vieh bekommt die heilsamen Kräuter zur Kräftigung ins Futter gemischt. Bei heraufziehendem Gewitter warf man ein Teil ins Herdfeuer, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen; am Dreikönigstag räucherte man Haus und Stall aus. In den Kräuterbüscheln vereinen sich naturheilkundliche, mystische und christliche Motive zu einem schönen Brauch.                             Schwarzwaldverein, 13.8.2020

Maulwurfsgrille
 
 
Nicht mehr oft bekommt man Maulwurfsgrillen zu Gesicht. Dennoch gelingt es manchmal, diese scheuen und nachaktiven Tiere zu beobachten, auch wenn sie leider in unser Landschaft recht selten geworden. sind. In Gärten werden sie, wenn sie gehäuft auftreten, als Schädlinge empfunden, weil sie beim Graben ihrer Gänge die Wurzeln der Nutzpflanzen abbeißen.  
 Maulwurfsgrillen, auch als Werren bezeichnet, sind Insekten und gehören dort zu den Heuschrecken. Wenn man die dunkelbraun gefärbten Tiere genauer betrachtet, bemerkt man eine gewisse Ähnlichkeit zu den Heuschrecken, auch wenn ihre unterirdische Lebensweise zu einigen Veränderung der äußeren Form geführt hat. Sie werden mit 8 – 9 cm Körperlänge erstaunlich groß. Obwohl sie fast ihr ganzes Leben unter der Erde verbringen, können sie fliegen. Das nutzen sie vor allem im Frühjahr bei der Partnersuche, zu der sie wie alle Grillen auch Zirpgeräusche durch Aneinanderreiben der Vorderflügel erzeugen. Diese sind verhärtet und schützen bei den Grabungen die empfindlichen Hinterflügel, mit denen die Tiere in der Luft unterwegs sind.Die meiste Zeit verbringen die Tiere jedoch im unterirdischen Tunnelsystem, das sie allenfalls nachts oder in der Dämmerung verlassen. In den Gängen stellen sie ihren Beutetieren nach oder verfolgen sie bis an der Erdoberfläche. Sie fressen Schnecken, Würmer, Engerlinge, Maden, Eier – alles was ihnen bei ihren Streifzügen vor das Maul kommt. Wenn die Nahrung knapp wird, nehmen sie auch mit Wurzeln vorlieb.  
Die Maulwurfsgrillen sind eifrige Tiere und schaffen sich ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Sie graben die Gänge mit ihren Vorderbeinen, die zu Grabschaufeln wie beim Maulwurf umgestaltet sind. Die Ähnlichkeit der Organe bei den überhaupt nicht verwandten Tierarten ist verblüffend – ein schönes Beispiel dafür, wie in der Evolution bei gleichen Anforderungen („Gänge im Boden graben“) fast identisch geformte Organe entstehen (man spricht von „Konvergenz“).  
Während die Gänge nahe an der Erdoberfläche verlaufen, sind die Brutkammern tiefer in den Boden versenkt. Dorthin legen die Weibchen die Eier, aus denen die Jungtiere schlüpfen.
Erstaunlicherweise bevorzugen Maulwurfsgrillen eher feuchten Boden. So findet man sie vor allem in Feuchtwiesen oder brachliegenden Hochstaudenfluren, wo sie seltener gestört werden. Auf „normalen“ Wiesen gibt es sie kaum noch, weil die Bewirtschaftung ihre oberflächennahen Gänge zerstört und sie bei massenhaftem Auftreten auch bekämpft wurden.
Schwarzwaldverein, 7.8.2020

Blutweiderich
An vielen Wiesengräben blüht derzeit der Blutweiderich. Die leuchtend purpurroten Blüten markieren den Hochsommer. Wenn man die mehrjährige Pflanze wachsen lässt und nicht abmäht, kann sie in mehreren Jahren recht ordentliche Stöcke entwickeln, die viele Triebe hervorbringen, welche wiederum von den auffälligen Blütenständen gekrönt werden. Eine Einzelblüte hat sechs Blütenblätter – wer genauer hinschaut, bemerkt, dass sie wie „zerknittert“ aussehen.
Der Blutweiderich bevorzugt feuchte Stellen wie Nasswiesen, Bachränder und Wiesengräben. Ein schmaler Streifen entlang eines Grabens oder am Wiesenrand, wo nicht gemäht wird, reicht der Pflanze, um sich zu entwickeln. Zusammen mit anderen Arten wie Mädesüß (weiß blühend), Sumpf-Storchschnabel (zart rosa), Beinwell (violett) oder dem nicht mit dem Blutweiderich verwandten Gilbweiderich (gelb) bildet sich dann eine bunte Hochstaudenflur, die vor allem für Insekten attraktiv ist.
Oft bieten diese Hochstauden-Streifen entlang von Bächen im Hochsommer die einzigen Blüten an, wenn das umliegende Wiesengelände bereits abgemäht ist oder auf angrenzenden Weiden das Vieh grast. Nicht verwunderlich ist dann, dass die Blüten von Bestäubern wahrhaft umschwärmt sind. Zudem geben einige Arten auch vergleichsweise große Mengen von Nektar und Pollen, so dass sie zu einem lohnenden Ziel werden. So kann man mit etwas Geduld viele verschiedene Bestäuber oder Insekten, die die Blütenpolster nur als Tummelplatz nutzen, entdecken: kleine Käfer, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Wildbienen, Wanzen und Hummeln.
Wo viele Insekten sind, sind Nutznießer nicht weit. Libellen patrouillieren entlang der Hochstauden und fangen sich geschickt Beute aus der Luft. Oder farblich abgepasste Spinnen lauern auf den Blüten, um ahnungslose Bestäuber zu erwischen. Auch ein Stockwerk darunter, im Gestrüpp der Blätter und Halme, ist einiges los: Blattläuse und Zikaden saugen Pflanzensäfte, Raubwanzen jagen und Ameisen eilen eifrig hin und her.
Am Ende des Sommers dienen nach dem Ausstreuen der Samen die abgestorbenen, stehenbleibenden Stängel des Blutweiderichs (und anderer Hochstauden) als Winterquartier für Insekten. Die Tiere bohren sich in die markerfüllten Halme ein. Sie legen dort Eier, die im Frühjahr ausschlüpfen, ab oder überwintern als Puppe. So erfüllt das überdauernde Gestrüpp auch nach seinem Absterben eine unverzichtbare ökologische Funktion.
Schwarzwaldverein, 30.7. 2020  

Ab sofort erhältlich:
Nützliches zum Wandern:

Eine mobile Mülltonne, die in jeden Rucksack passt! Verantwortungsvolle Natursportler und -schützer hinterlassen weder Spuren noch Müll. Beim Einsammeln und Transportieren eigener und fremder Abfälle hilft das praktische Abfallsäckle, das der Schwarzwaldverein gemeinsam mit dem ZweiTälerLand-Tourismus anbietet.
Dieses nützliche Zubehör aus dem Hause Deuter passt in jeden Rucksack. Es dient als Müll- oder Aufbewahrungsbeutel und sorgt damit für Sauberkeit in der Natur und für Ordnung im Rucksack. In das Abfallsäckle, das mit einem Kordelzug ausgestattet ist, passt nicht nur der eigene Müll, sondern auch so manche Müsliriegelverpackung, die am Wegesrand herumliegt.

Das farbenfrohe Abfallsäckle ist auf langfristige Nutzung ausgelegt und ersetzt durch seine stabile Ausführung dauerhaft den sonst mitgenommenen Wegwerf-Abfallbeutel. Nach Auswaschen und Trocknen ist das Abfallsäckle schnell wieder einsatzbereit.Das Abfallsäckle gibt es auch bis Jahresende im Sparpaket mit dem neuen Schwarzwaldvereins-Rucksack. Interessenten wenden sich bitte an die Hauptgeschäftsstelle.

Rucksack in neuer Farbe: Das neue Modell des offiziellen Wanderrucksacks des Schwarzwaldvereins ist ab sofort erhältlich. Der hochwertige Deuter-Tagesrucksack setzt mit dem Farbton "lion-steel" einen Kontrast zum gewohnten Grün und zeichnet sich durch hochwertige Ausstattung aus. Der Rucksack fasst 24 Liter Volumen – genug für eine ausgedehnte Tagestour mit Getränken, Vesper, Erste-Hilfe-Pack und Regenzeug.








Radeln im Rauten-Outfit: Viele Ortsvereine im Schwarzwaldverein sind nicht nur per Pedes sondern auch mit dem Fahrrad unterwegs. Die Aktivitäten reichen von nachmittäglichen E-Bike-Ausfahrten über MTB-Angebote bis hin zu mehrtägigen Fahrradreisen. Bisher gab keine offizielle Radbekleidung im Vereinsdekor. Das ändert sich nun mit dem neuen Schwarzwaldvereins-Radtrikot.
Hauptgeschäftsführer Mirko Bastian hat das Trikot zusammen mit dem Freiburger Radbekleidungs-Hersteller „Dos Caballos“ entworfen. Ziel war es, ein Produkt zu entwickeln, das für alle Altersgruppen und in allen Einsatzbereichen attraktiv zu tragen ist.






SCHWARZWALD-RADWEG: MIT DEM RAD VON KARLSRUHE NACH LÖRRACH

Das Markierungs-zeichen des Schwarzwald-Radweges führt Biker zum Ziel nach Lörrach.

Der Radweg im Wanderservice-Schwarzwald weiter
Seit dem Jahr 2018 arbeitet eine Gruppe um den Vizepräsidenten Werner Hillmann daran, den Schwarzwald-Radweg neu aufzunehmen und die Markierung in Ordnung zu bringen. Mit Erreichen dieses Ziels wird der Weg dem Anspruch gerecht, dem Radwanderer die schönsten Seiten des Schwarzwaldes zu erschließen: ein Westweg für Radler sozusagen.
Mitte Juni 2020 wurde die geprüfte Strecke in den Wanderservice-Schwarzwald übernommen.Hier können Etappen und die GPS-Daten heruntergeladen werden.
BESCHILDERUNG
Auf Forstwegen oder Nebenstraße gilt die traditionelle Beschilderung: weiße Schilder der roten Raute des Schwarzwaldvereins mit einem Fahrradsymbol.
Die Befestigung erfolgt an Bäumen oder an Wegweiserpfosten. Auf Strecken, die auf dem RadNETZ BW verlaufen, sind auch Routenplaketten an den öffentlichen Rad-Wegweisern zu finden.

ANFORDERUNG
Die Bewältigung der gesamten Strecke, aber auch die von Teilstrecken, ist eine Herausforderung. Der Radweg erfordert ein hohes Maß an Kondition, besonders, wenn auf reine Muskelkraft gesetzt wird. Pedelecs oder E-MTB bieten einem breiteren Publikum die Möglichkeit, den Schwarzwald per Rad zu erkunden. Ob elektrisch oder mit Muskelkraft: Empfohlen wird ein robustes Trekkingrad oder ein Mountainbike.
Aktuell weist der Schwarzwald-Radweg eine Länge von ca. 375 km aus. Beim Aufstieg sind ca. 7.200 m zu bewältigen, beim Abstieg ca. 7.000 m.  Startpunkt ist der Südausgang des Hauptbahnhofs in Karlsruhe, Ziel ist der Hauptbahnhof in Lörrach.
Wer die beeindruckende Wanderregion Schwarzwald auf dem Rad erleben möchte, für den bietet der ca. 375 km lange Schwarzwald-Radweg zwischen Karlsruhe und Lörrach die ideale Route.

ETAPPEN
Wer sich in das Abenteuer Schwarzwald-Radweg stürzt, sollte sich Zeit nehmen. Im Wanderservice schlagen wir sechs Tagesetappen vor.

Die 1. Etappe führt von Karlsruhe nach Gernsbach ins Murgtal. Ca. 71 km sind zu bewältigen sowie ca. 1.200 Höhenmeter.  Vom Hauptbahnhof bis Geigersberg ebene Radwanderwegkilometer, danach mäßige und kurze Anstiege bis Pfinzweiler. Erster steiler Streckenabschnitt hinauf nach Dobel. Der Weithäuslesplatz ist der höchst gelegene Punkt der 1. Etappe. Steile bis sehr steile Abfahrt zur Plotzsägmühle an der Alb. Nach kurzem Gegenanstieg lange Abfahrtstrecke über Loffenau nach Gernsbach

Die 2. Etappe führt von dem Flösserstädchen Gernsbach nach Baiersbronn-Obertal. Ca. 56 km sind zu bewältigen wie 1.100 m Aufstieg. Entspanntes radeln von Gernsbach bis Raumünzach, dafür lange anhaltende Steigung zwischen Raumünzach und Hundseck an der Schwarzwaldhochstraße. Erholsames Radeln auf den Nordschwarzwaldhöhen vorbei am sagenumwobenen Mummelsee bis zum Ruhestein, von dort Abfahrt entlang der Rotmurg nach Baiersbronn-Obertal.

Die 3. Etappe führt von Baiersbronn-Obertal nach Haslach ins Kinzigtal. Ca. 70 km sind zu bewältigen, sowie 900 Höhenmeter. Von Baiersbronn-Obertal bis zur Schwarzwaldhochstraße durchgehende Steigung. Ansonsten kaum nennenswerte Anstiege. Entspanntes radeln vorbei am Kniebis zum Zwieselberg und lange Etappen auf Forstwegen nach St. Roman, danach Abfahrt nach Wolfach ins Kinzigtal. Parallel auf dem Kinzigtal-Radweg über Hausach bis zum Etappenziel Haslach.

Die 4. Etappe führt von Haslach im Kinzigtal nach Neustadt im Schwarzwaldwald. Ca. 66 km sind zu bewältigen, sowie ca. 1.600 Höhenmeter. Zunächst ab Mühlenbach langanhaltende Steigung bis nach Schönwald. 18% Gefälle von der Weißenbacher Höhe zum Oberkatzensteig. Sehr steiler Weg hinauf zur Alten Eck, Steigung auch zur Kalten Herberge. Ansonsten bequem über den Hochberg nach Neustadt im Schwarzwald

Die 5. Etappe führt von Neustadt im Schwarzwald bis zum Wiedener Eck. Ca. 50 km sind zu bewältigen sowie 1.500 Höhenmeter. Sehr schön sind die Blicke auf den Titisee. Die Wege-Charakteristik weißt häufige Wechsel zwischen steilen Anstiegen und Abfahrten, so z.B. zum Saiger Kreuz, am Feldberg, in Todtnauberg und Muggenbrunn.

Die 6. Etappe führt vom Wiedener Eck nach Lörrach. Ca. 69 km sind zu bewältigen sowie 1.200 Höhenmeter. Zunächst Anstieg vom Wiedener Eck zum Lückle, dann erholsames Radeln bis Oberböllen. Anstieg und Abfahrt nach Neuenweg und von dort bis Egerten teilweise steiles bergauf. Schöne Abfahrt ins Kandertal und nur noch kurze Steigungen zum roten Rain und hinter Nebenau. Im Tal der Wiese ebene letzte Kilometer zum Bahnhof von Lörrach.

BLICK ZURÜCK:  EIN RADWEG-KLASSIKER IM SCHWARZWALD
Ein herzlicher Dank gilt allen ehrenamtlichen Radweg-BetreuerInnen, die sich in den vergangenen Jahren für die Durchgängigkeit der Beschilderung eingesetzt haben und damit ein unbeschwertes Raderlebnis ermöglichten.
Die Planung des Radwegs Mitte der 90er Jahre fand gemeinsam mit dem Landesfremdenverkehrsverband Baden-Württemberg statt, die Umsetzung organisierte der Schwarzwaldverein unter Federführung der damaligen Hauptfachwartin Gisela Tillmanns.
Im April 1997, nach nahezu drei Jahren Vorbereitungszeit, eröffnete der damalige Präsident Eugen Dieterle im Kreise zahlreicher Helferinnen und Helfer den Schwarzwald-Radweg mit einer kleinen Zeremonie am Karlsruhe Hauptbahnhof
Ursprünglich als Mountainbikeweg geplant, galt dieser Radfernweg als Redaktion des Schwarzwaldvereins auf die zunehmende Verbreitung des Mountainbikes: Seit den 1980er Jahren nutzten Radfahrer verstärkt auch die Wanderwege des Schwarzwaldvereins, in besonders die attraktiven Fernwanderwege. Mit dem Schwarzwald-Radweg, der damals auf ca. 350 km Länge von Karlsruhe nach Lörrach führte, bot der Schwarzwaldverein den Bikern eine adäquate Alternative für den beliebten Westweg.

co: alle Fotos S. Seyl

WEGWEISER SIND RETTUNGSPUNKTE


1. Jeder Wegweiser hat einen Standortnamen. Dieser findet sich in Verbindung mit der Höhenangabe auf einem der Wegweiserblätter.
2. Bei einer Wanderung ist es nicht nur zur eigenen Orientierung hilfreich, sich den Namen des Wegweiserstandortes genau anzuschauen oder mit dem Handy zu fotografieren.
3. Im Falle eines Notrufs über die Telefonnummer 112 soll der Leitstelle bei der Übermittlung des Notfallortes der Standortname des nächsten Wegweisers genannt werden.
Achten Sie auf die Wegweiser - es könnte für Sie oder andere lebenswichtig sein!


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